Deshalb sollte auch jeder Chef, jede Lehrkraft, jeder Trainer und jede Person eines Vorstandes eine gewisse Kompetenz erworben haben. Die Äußerungen mancher Politiker lassen uns daran zwar zweifeln, aber es bleibt dabei: wir haben es tagtäglich mit Autoritäten zu tun. Ob es nun ganz formell die Staatsgewalt ist oder informell die Tanja, die immer die besten Vorschläge für die Abendgestaltung hat.
Ob gewählt, vereidigt oder durch soziale Bräuche, wir sind selbst in gewissen Aspekten Autorität oder ordnen uns einer Autorität unter.
Im Hobby nehmen wir es mit den Hierarchien nicht so genau. Wer ist der Anführer der Rollenspielgruppe? Meist die Spielleitung. Oder die Person mit der größten, eigenen Bude. Oder der Besitzer des Materials. Und Vorstand im Verein werden eh meist die wenigen Freiwilligen, die sich dazu bereit erklären.
Doch wo immer es eine Führungspersönlichkeit gibt, kann diese Person ihre Macht auch missbrauchen. Im Rollenspiel ist das oft die Freundin des Spielleiters, die das beste Loot und die meisten XP bekommt. Oder die Spielleitung, die entscheidet, welche Abenteuer oder welches Setting bespielt wird. Oder der Besitzer der Bude, der entscheidet, wann gespielt werden kann.
@LotD@rollenspiel.social Bei „SL wählt Setting oder Abenteuer“ würde ich nicht von Machtmissbrauch sprechen, solange das nicht grade was ist, was einige deutlich ablehnen.
Da die SL meist die meiste Arbeit hat und die Arbeit, die sich die SL macht, viel dazu beiträgt, wieviel Spaß alle haben, bringt das oft auch den maximalen Spielspaß für alle.
Ich sollte aber heute Abend noch deinen Podcast hören, um zu sehen, ob ich komplett an der konkreten Frage vorbeirede 😅
@ArneBab@rollenspiel.social den Podcast hören ist natürlich immer gut.
Aber in der Aussage hast du Recht. SL wählt Setting/Abenteuer ist nicht per se missbräuchlich und oft sogar die einzige, praktikable Lösung. Es ist nur ein Beispiel dafür, wo es vorkommen kann.
Ich hatte zum Beispiel mal ne SL, die immer einen Geliebte*n Menschen der SC entführt hatte, um einen SC zum Verrat zu erpressen. Wir konnten nie etwas dagegen tun und das hat ziemlich gefrustet.
Das Faible für Folterszenen war auch nicht Gruppenkonsens.
@LotD@rollenspiel.social Sowas in die Richtung kenne ich auch noch. Dafür braucht es dann eher bewusste Rücksichtname.
Im EWS habe ich das versucht, so zu schreiben:
(S. 114 in https://www.1w6.org/releases/ews30-rb5-screen.pdf )
⇒ https://www.1w6.org