Seit zwei Tagen trage Ich diesen Pin, in nur kürzester Zeit sorgte er für viel Aufregung — aber ausschließlich positive. Was Ich erdachte als Symbol das Menschen unwohl fühlen lässt, wodurch sich Leute angegriffen oder gar unsicher fühlen würden (so wie es des öfteren medial dargestellt wird) ist für viele ein Zeichen gewesen das ein Lächeln hervorbrachte.
Am Hannover Hauptbahnhof gab mir der Kassierer eines Bäckers einen großen Rabatt und deutete auf den Pin, in einem Rossmann bekam Ich ein „cooler Anstecker!” von einer dort arbeitenden Frau zugerufen, und der Dönerladen meines Vertrauens begann mit mir auch eine Diskussion, in der er dieses Zeichen für sehr positiv befand.
In jedem Fall waren es migrantische Hilfskräfte welche dieses Land aufrechterhalten, doch offensichtlich nicht mit dessen Staatsräson einhergehen. Ob im Militär oder auf dem Arbeitsmarkt, für unsere „Freiheit” und „Rechte” lassen immer die ihr Leben, denen sie nichts nützen.
Es ist nun einige Zeit vergangen seitdem Ich darüber sprach einen Pin mit der palästinensischen Flagge zu tragen, ein symbolischer Akt mit wenig politischer Auswirkung, aber dennoch viel Aufruhr.
Vor wenigen Minuten stieg ein überzeugter FC Rot-Weiss-Essen Fan vor dem Hannover Hauptbahnhof in einen Bus ein, aus dem Ich gerade ausstieg. Er blickte mich an und sagte „Guckt mal, hier hat jemand sogar eine Israel-Flagge an”, Ich reagierte nicht.
Das gleiche andersherum zu implizieren wäre laut so manchen deutschen Medien eliminatorischer Antisemitismus. Es wird mit detaillierter Genauigkeit darauf geachtet das keine Symbolik auch nur den Hauch eines Andeutens auf eine Grenzverschiebung, -veränderung, oder systemisch staatlicher Revision des Staates Israels ausgesprochen wird, und mit vollster Härte mit dem Wort „Antisemitismus” um sich geschmissen wenn man glaubt dies sei geäußert worden. So wie es zum Beispiel bei Ulrike Eifler der Fall war.
Währenddessen geschieht in der echten Welt eine Grenzverschiebung, Veränderung, Annektierung, Besatzung und Auslöschung. Nicht nur ausgesprochen, nicht indirekt angedeutet, auch nicht bildlich impliziert. In echt umgesetzt. Gegen die palästinensische Zivilbevölkerung.
Vielleicht wird dann nach 22 Monaten andauernder Zuspitzung dieses Genozids darüber nachgedacht keine neuen Verträge zu Waffenlieferungen einzugehen, somit ist klar das nicht mit der gleichen Härte gegen Menschenfeindlichkeit vorgegangen wird, überhaupt in Taten, nicht nur in Aussagen.
Keiner dieser Politiker:innen oder rechten Medien interessiert sich um Antisemitismus, es ist einfach das beste Mittel gerade um Kritik zu deligitimieren. Interessiert sie denn Islamfeindlichkeit, oder sind sie in ihrer Toleranz selektiv?